1876 Gründungsjahr

Die Freiwillige Feuerwehr Odelzhausen gibt es seit dem 16. August 1876. Das Gründungsdatum fällt in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, als im damaligen Königreich Bayern viele freiwillige Feuerwehren gegründet wurden. 1869 wurde im Amtsblatt für den Bezirk Dachau ein Aufruf an die Gemeinden veröffentlicht, nach Möglichkeit Freiwillige Feuerwehren einzurichten. Diesen Aufruf nahmen sich wohl auch die Odelzhausener zu Herzen und gründeten unter dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ die Freiwillige Feuerwehr Odelzhausen. Der Amperbote schreibt dazu am 24.05.1879 Wie bekannt besteht seit 1876 in Odelzhausen eine Freiwillige Feuerwehr, welche vor kurzer Zeit eine Neuwahl vorgenommen hat und aus derselben lauter frühere Militär als Chargen hervorgegangen sind. Die Mannschaftsstärke beträgt über 90 Mann. Wir wünschen den Bewohnern Odelzhausens und deren Umgebung Glück zu diesem Institut, da wie bekannt auf 10 Kilometer von Odelzhausen und deren Umgebung keine Feuerwehr besteht. Von den Ortsbewohnern und deren Umgebung wäre es daher gerecht und löblich, wenn sie denmit so vielen edlen Zwecken verbundenen Verein unterstützen und befördern. Wir aber rufen der Feuerwehr von Odelzhausen ein dreifaches „Gut Heil“ auf ein einheitliches und kräftiges Zusammenwirken zu, möge sie blühen und gedeihen.

Zeitfenster
1. Januar
Im Deutschen Reich wird die
Reichsbank gegründet, gelichzeitig
wird die Mark Einheitswährung in
allen deutschen Bundesstaaten eingeführt.

7. März
Alexander Graham Bell erhält ein
US-Patent auf die Erfindung des
Telefons

9. Mai
Nikolaus Otto nimmt seinen ersten
Viertaktmotor in Betieb.

1. Dezember
Berlin verfügt übder das erste
städtische Rohrpostnetz, das auch
der Öffentlichkeit zugägnlich ist.
Quelle: Widipedia

1893 Bau des ersten Feuerlöschrequsitenhauses

Als nach der Gründung die Ausrüstung angeschafft wurde, stellte sich natürlich zwangsläufig die Frage nach der Unterbringung. Das erste Feuerwehrhaus, das damals offiziell Feuerlöschrequisitenhaus genannt wurde, wurde um das Jahr 1893 gebaut. Es stand nach unseren Nachforschungen zufolge an der Kreuzung der heutigen Steinfeldstraße und Schloßstraße. (Kreismarkierung im Lageplan). Im Gemeindearchiv fand sich ein Kostenvoranschlag vom Februar 1893, der eine Gesamtbausumme von 1030 Mark ergibt, von denen 689,91 Mark für Erd- und Maurerarbeiten, 289,62 Mark für Zimmermann und Schreinerarbeiten und 50,47 Mark als Reserve vorgesehen waren. Dieses Gebäude war vermutlich bis nach dem ersten Weltkrieg in Gebrauch. Es musste allerdings wahrscheinlich beim Bau der Schloßstraße weichen, weil es wohl zu nahe im Kreuzungsbereich stand.

Kostenvoranschlag über den Neubau eines Feuerlöschrequesitenhausen vom April 1893

1897 Ausrüstung in der Anfangszeit

Von der Ausrüstung der Feuerwehr Odelzhausen in der Anfangszeit haben wir keine Bilddokumente. Aus mündlichen Überlieferungen wissen wir, dass eine handbetriebene Membranpumpe auf einem Pferdefuhrwerk und eine fahrbare Schiebeleiter aus Holz vorhanden waren. Im Gemeindearchiv entdeckten wir mehrere Schriftdokumente, die mittlerweile ein ziemlich genaues Bild der Ausrüstung vor dem ersten Weltkrieg ergeben. Wir vermuten, dass die Membranpumpe die erste vorhandene Ausrüstung war und sehr bald nach der Gründung angeschafft wurde. Die fahrbare Schiebeleiter wurde 1897 angeschafft. Aus dieser Zeit sind noch ein Kostenvoranschlag, eine genaue technische Beschreibung und Schriftverkehr zwischen der Gemeindeverwaltung Odelzhausen und der Fa. C. D. Magirus in Ulm vorhanden.

Figur 1

Beschreibung der O-Leiter

Zum Transport der Leiter genügt 1 Mann, der im Notfall die Leiter auch allein aufrichten & bedienen kann, doch wird das Aufrichten durch einen zweiten Mann wesentlich erleichtert.
Die Leiter ist 2-teilig mit dem Wagen durch die Stützen fest verbunden. Zur Erzielung des Gleichgewichts beim Transport auf dem Zweiräder. Wagen wird die Oberleiter unten etwas ausgezogen,
s. Figur I.

Ehe die Leiter aufgerichtet wird, müssen die Deichselenden auf Bolzen an den Stützenfüße aufgestellt werden. Aufgerichtet wird die Leiter freihändig, indem ein Mann dieselbe an der Spitze anfangend, hochdrückt, wobei er gleichzeitig den Wagen gegen den Fußpunkt der unten herausgezogenen Leiter schiebt.

Alles klar? untenstehend ist das Originaldokument der Beschreibung zu sehen. Ich vermute, dass die damaligen Feuerwehrleute im Ernstfall nicht nach der Beschreibung vorgegangen sind, sondern eher mit praktischem Sachverstand. Aus dem Schriftverkehr wird ersichtlich, dass es bei der Beschaffung auch damals schon gewisse Schwierigkeiten gab. Auf der Folgeseite ist beispielhaft ein Brief von der Fa. Magirus an den Gemeindeschreiber Julius Laesch übersetzt, der dies genauer erklärt.

1897

Ulm, den 21. August 1897
Herrn Julius Laesch Gemeindeschreiber

Odelzhausen, Bez. A Dachau Oberb.
Soeben gelangte ich den Besitz Ihrer geschätzten Zuschrift vom 18. ds und bedauere ich selbst, daß es mir nicht möglich ist, Ihnen die angebotene Leiter Constr. P 10 m hoch, welche für eine Ausstellung gemacht wurde, überlassen zu können, allein wie Ihnen bereits bemerkt, gebrauchte ein Elektrizitätswerk zum Betriebe des Geschäfts notwendig eine Leiter und blieb mir nichts anderes übrig als diese abzugeben, weil dieses Werk sonst schwer geschädigt gewesen wäre.

Damit Sie jedoch sehen, daß mir viel daran liegt, Sie in jeder Beziehung zufriedenzustellen, so werde ich eine Leiter anfertigen lassen mit 9 ½ mtr. Höhe genau in der Ausführung wie die Ausstellungsleiter zum Preise von M 450,- in Arbeit nehmen.
So dürfen Sie fest überzeugt sein, daß die Leiter gerade so gut ausfällt wie das bei der Ausstellungsleiter der Fall war, ebenso wie ich auch für baldige Ablieferung Sorge tragen werde.

Ich hoffe daß, Sie durch ihre Zusage dieser Lieferung den verehrl. Gemeinderat zufriedenstellen können und begrüße Sie
Hochachtungsvoll
C. D. Magirus Burger

Es war damals sicherlich schwieriger,
Ungereimtheiten zu klären, da schon allein die
schriftliche Korrespondenz viel länger gedauert hat
als heute. Auffällig ist, dass schon damals vor allem
der Gemeinderat zufriedengestellt werden musste,
was ja bei heutigen Beschaffungen auch nicht
wesentlich anders ist, frei nach dem Motto,
„Wer zahlt, schafft an“.

1902
25-jähriges Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe

Gruppenfoto von 1902 (Quelle: Unbekannt)

Im Sommer 1902 feierte die Freiwillige Feuerwehr Odelzhausen ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum. Zu diesem Anlass wurde die historische Fahne neu angeschafft und geweiht.

Auf dem Gruppenfoto links ist der 13. Juli 1902 als Jubiläumsdatum zu erkennen, während auf der historischen Fahne der 6. August 1902 eingestickt ist. Wir haben keine weitere Quelle gefunden, die angibt, welches Datum das „richtige“ Datum ist.

1902 war die Feuerwehr mit Sicherheit sehr stolz auf ihre Fahne. Sie war bis 1993 das Aushängeschild der Feuerwehr. Leider hat der Zustand der Fahne im Lauf ihrer 114-jährigen Geschichte doch sehr gelitten. Heute, im Jahr 2016 können wir wieder sehr stolz auf diese historische Fahne sein. Der Festausschuss entschloss sich, bei der Beschaffung der Fahnenbänder die alte Fahne zur Fahnenstickerei Kössinger mitzunehmen um vielleicht das eine oder andere Motiv daraus in den neuen Fahnenbändern aufzunehmen.

Die Fachleute bei der Fahnenstickerei waren begeistert. „Wisst ihr überhaupt, was ihr da für einen Schatz bei euch habt?“ war das erste, was man uns dazu sagte. Im weiteren Gespräch entschied man, die Fahne doch zu restaurieren. Bisher waren wir davon ausgegangen, dass eine Restauration der Fahne weder finanziell noch technisch möglich wäre.

Die finanzielle Seite war zwar nicht einfach, konnte aber dank der zahlreichen Spenden von den Odelzhausener Firmen gestemmt werden. Ein ganz herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle allen Spendern gesagt. Die technische Seite wurde in wunderbarer Weise von der Fahnenstickerei Kössinger ungesetzt. Die teilweise zerrissenen Stoffe wurden ersetzt und die Stickereien in mühevoller Kleinarbeit erneuert. Die Fahnenstange wurde ersetzt, ist aber optisch sehr nahe am historischen Original. Vielen Dank auch der Firma Kössinger für ihre tolle Arbeit.

Gesuch der Gemeinde Odelzhausen um Gewährung eines Zuschusses aus den für Feuerlöschzwecke zur Verfügung gestellten Mitteln.

Im Jahr 1908 stellte die Gemeinde einen Zuschussantrag für die Beschaffung von Schläuchen. Dieses Schriftstück ist sehr interessant, da in diesem Gesuch sowohl die Ausrüstung der Feuerwehr als auch die kommunale Gesamtsituation der Gemeinde Odelzhausen dokumentiert wurde. Nachfolgend ist der Originaltext mit Übersetzung zu sehen.

1. Spalte
a) Welche Löschgeräte besitzt die Gemeinde bezw. Freiwillige Feuerwehr und in welchem Zustande befinden sich dieselben?
b) Art und Kosten der neu anzuschaffenden Geräte, Ausrüstungsgegenstände oder Uniformen.
c) Höhe des erforderlichen Gesamtaufwandes.
d) Höhe des erbetenen Zuschusses


a. 1 Feuerlöschmaschine (Druckspritze in pflegtem Zustande), 1 Saug- u.
Druckspritze in gutem Zustande., ca 200 m Schläuche in teilweise pflegtem Zustande., 6 Schlauchbinden in gutem Zustande, 2 pflegte Feuerleitern, 4 gute Feuerhacken, 1 neue mechanische Magirus-Schubleiter, 10 m hoch, 1 neuer Schwimmapparat
b. ca. 30 m Schläuche mit Normalgewinde für sämtliche Steiger Größen.
c. Gesamtaufwand ca. 120 M.
d. Erbetener Zuschuß 100 M.

2. Spalte Gesuchsbegründung:
a) Kurze Darlegung der finanziellen Verhältnisse der Gemeinde (Einwohnerzahl, Steuersoll, Prozentsatz der Gemeinde-, Distriks-, Ortsund Kirchenumlagen in den letzten 3 Jahren; Schuldenstand). Angabe ob Lokal-, Malz und Bierzuschlag eingeführt ist und welches Erträgnis dieser Aufschlag in den letzten 3 Jahren abwarf;
b) Angabe der in den letzten 3 Jahren aus öffentlichen Fonds für Feuerlöschzwecke erhaltenen Unterstützungen.
c) Bei Gesuchen von freiwilligen Feuerwehren noch kurze Darlegung über den Stand der Feuerwehr (Mitgliederzahl ca.) sowie Angabe der in den letzten 3 Jahren aus öffentlichen Kassen (auch Distriktsund Gemeindekassen) erhaltenen Unterstützungen.
a. Die Gemeinde Odelzhausen hat ca 120 Familien, 571 Einwohner u. 116 Gebäude. Ihr Steuersoll beträgt ca 2500 M. An Gemeindeumlagen wurden in den letzten 3 Jahren erhoben 110 %, an Distriktsumlagen 40 %. Mit den zum Kirchensprengel Odelzhausen gehörenden Gemeinden Höfa und Taxa ist Odelzhausen an einer Kirchenbauschuld von noch über 19000 M beteiligt. Lokal- Malz- u. Bieraufschlag ist nicht eingeführt.
b. Aus öffentlichen Fonds für Feuerlöschzwecke hat die Gemeinde in den letzten 3 Jahren eine Unterstützungnicht erhalten.
c. Die Freiw. Feuerwehr hat 75 Mitglieder. Odelzhausen, den 30. Mai 1908, Gemeindeverwaltung

Conto-Buch der Feuerwehr

Ab dem Jahr 1898 wurde von der Feuerwehr ein Kassenbuch, das sogenannte „Conto-Buch“ geführt. In diesem, in unserem Besitz befindlichen Buch, sind alle Einnahmen und Ausgaben der Feuerwehr bis ins Jahr 1958 aufgezeichnet. Das ist deshalb so interessant, weil sich damit natürlich viele mündlich überlieferte Sachverhalte zu den Aktivitäten der Feuerwehr belegen lassen.

Die Einnahmen der Feuerwehr waren damals Beiträge, die in unterschiedlicher Höhe von den Bürgern erhoben wurden. Im Jahr 1898 sind beispielsweise 33 freiwillige Beiträge á 2 Mark eingegangen. In den folgenden Jahren wurden Jahresbeiträge zwischen 50 Pfennigen und 2 Mark erhoben. Spenden von Privatpersonen sind einige verzeichnet, bei den meisten ist auch der Anlass (z. B. für Fahnenbänder) angegeben.
Auf der Ausgabenseite befinden sich ebenfalls viele interessante Dinge. So bekam der Gemeindediener alljährlich 3 Mark fürs „Einsagen“. Bei Bränden entstanden regelmäßig Kosten für die Feuerwehrkasse. Was genau davon bezahlt wurde, ein Entgelt für die Feuerwehrdienstleistenden, oder Verpflegung, ist nicht verzeichnet. Die Feuerwehrler waren jedenfalls bei Übungen und Inspizierungen schon damals recht durstig, denn es sind im Verhältnis zu den Einnahmen immer hohe Ausgaben (bis zu 25 Mark) für Bier bei den damaligen Wirtshäusern Niedermair und Willibald entstanden.

Besonders interessant sind die Eintragungen im Jubiläumsjahr 1902. Für die Neuanschaffung der Fahne wurde eine Anzahlung von 282,51 Mark geleistet, wobei nicht ersichtlich ist, ob dies der ganze Betrag war und wer ggf. den Restbetrag bezahlt hat. Für die Musik zur Fahnenweihe wurden beispielsweise 73 Mark ausgegeben, für die „Ausspeisung“ der Jungfrauen 16,90 Mark, für den Kanonier Sedlmaier 5 Mark und für den Gottesdienst 6 Mark. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden 138 Mark durch den Verkauf der Festzeichen und 235,20 Mark aus freiwilligen Beiträgen eingenommen.

Weltkriege und die Zeit dazwischen

Während der Zeit des 1. Weltkriegs bestand die Freiwillige Feuerwehr weiter. Im Conto-Buch sind in dieser Zeit beispielsweise Ausgaben für Uniformen beim Odelzhausener Schneider Heckenstaller aufgezeichnet. Auch wurde 1918 ein Beitrag zur Gründung eines Fonds zur Unterstützung bedürftiger kriegsinvaliden Feuerwehr-Kameraden geleistet. In den Nachkriegsjahren finden sich kaum Aufzeichnungen, im Inflationsjahr 1923 ist überhaupt nichts registriert. Ein 50-jähriges Jubiläum wurde vermutlich nicht gefeiert, denn im Conto-Buch finden sich keine Aufzeichnungen darüber. Dies war wohl auch der schlechten Wirtschaftslage um 1926 geschuldet.

Odelzhausen um 1915. Hausnummer Nr. 3 (heute Hauptstraße 15).
Bild: Michael Obermair

1938

Die Aufzeichnungen im „Conto-Buch“ gehen von 1924 lückenlos weiter bis ins Jahr 1939, also bis zum Beginn des 2. Weltkriegs. In der Zeit des Nazionalsozialismus wurde der Vereinscharakter der Freiwilligen Feuerwehren aufgehoben. Nach dem Reichsfeuerwehrgesetz vom November 1938 wurden die Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands in die Polizei eingegliedert. Die Feuerwehr nannte sich jetzt „Feuerlöschpolizei“, aus der Übung wurde der „Appell“ und die Gruppe hieß „Kompanie“. Im Conto-Buch finden sich ab 1935 Ausgaben für den Reichsluftschutzbund, 1938 besuchte man eine Führertagung und kaufte für 10 Mark ein Führerbild.

Die Feuerwehr in Odelzhausen bestand jedoch auch während des Krieges weiter, denn 1943 wurde eine Tragkraftspritze Magirus TS 8 mit Anhänger von der Gemeinde erworben. Diese Pumpe war nach Aussagen von Zeitzeugen während der Bombenabwürfe auf München oft tagelang im Einsatz.

Magirus TS 8 mit Anhänger aus dem Jahr 1943.
(Quelle: Michael Drexl /Karl Stöckner)

1946 Nachkriegsjahre

Bereits 1946 gab es wieder eine Freiwillige Feuerwehr in Odelzhausen, was durch eine Mitgliederliste vom 30. August 1946 im Gemeindearchiv belegt ist. Die Aufzeichnungen im „Conto-Buch“ beginnen wieder am 1. Oktober 1950 unter dem Kommandanten Georg Seitz. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch wieder Beiträge für die Feuerwehr erhoben, die dann ab 1958 in die sogenannte Feuerschutzabgabe übergingen. Die Feuerschutzabgabe wurde allerdings dann von der Gemeinde als Kommunalabgabe eingezogen. Deshalb enden die offiziellen Kassenaufzeichnungen auch 1958. Von Martin Thurner ist uns mündlich überliefert, dass bereits 1950/1951 eine Mannschaft der Feuerwehr Odelzhausen das erste Leistungsabzeichen in München absolviert hat. Neben dem feuerwehrtechnischen Ehrgeiz gab es für die Teilnehmer einen weiteren wichtigen Grund zum Mitmachen. Es gab dort eine ordentliche Brotzeit, was in den Nachkriegsjahren erheblich wichtiger war als heutzutage. Bei diesem Abzeichen waren folgende Feuerwehrler beteiligt: Kdt. Georg Seitz, Martin Thurner, Adolf Stangl,
Konrad Schwegele, Adolf Elbl, Franz Falk, Georg Hank, Anton Greppmair, Sepp Merk.

Odelzhausen in den Nachkriegsjahren:
das Göppel-Haus „am scharfen Eck“ 1957.
Bild: Manfred Obermair

1952
75 jähriges Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe

1952 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Jubiläum. Die Fahne wurde damals wieder neu restauriert und in der Pfarrkirche St. Benedikt beim Festgottesdienst neu geweiht.
Die Aufzeichnungen im „Conto-Buch“ belegen bei diesem Fest unter anderem Einnahmen aus einer Sammlung für die Fahnenrestauration, den Verkauf von 910 Festzeichen und vielerlei Ausgaben z. B. für die Fahne 448 DM oder für die Musikkapelle 307 DM. Festgottesdienst 1952. Beim Festumzug wurde die Fahne dann stolz präsentiert. (Quelle: Anna Vogl)

Von links: Anni Lutter (Sulzemoos), Anna Huber, Hedwig Niedermaier, Marielle Heitmair, Gertraud Schweiger, Katharina Stangl, Rosi Obermair, Anna Englmann, Rosi Hiebler, Rosa Seitz

Festumzüge in den 50er Jahre

Festumzüge in den 50er Jahren in Odelzhausen.
(Quelle oben: Johanna Winkler, Quelle unten: Michael Hermann)

60er/70er
Neue Fahrzeuge, …

Die Ausrüstung und die Aufgaben der Feuerwehr wurde nach dem Krieg langsam mehr. Bis in die 1960er Jahre befand sich das Feuerwehrhaus in der Hauptstraße bei den „Postbusgaragen“. Die vorhandene Magirus Tragkraftspritze war bis 1966 die Hauptausrüstung.

Das Feuerwehrhaus in den 60er Jahren (eingekreist). Foto: Manfred Obermair, 1961
Pfarrer Lorenz Perzlmair bei der Fahrzeugweihe 1966. (Quelle: Feuerwehr)

1966 bekam die Feuerwehr Odelzhausen ihr erstes „großes“ Löschfahrzeug ein TLF 16/24, MAN Diesel 450. Dieses Fahrzeug mit Aufbau von der Fa. Ziegler, hatte eine Pumpe mit einer Förderleistung
von 1600 l/min, einen Wassertank von 2400 l, ausreichendes Schlauch- und Schaumlöschmaterial, Atemschutzgeräte und eine, wenn auch minimale, Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung.
Mit diesem Fahrzeug, das der Landkreis Dachau zur Verfügung stellte, wurden bis Anfang der 80er Jahre sämtliche Aufgaben bewältigt. In dieser Zeit war es als Brand- und Katastrophenschutz-Fahrzeug für
den westlichen Landkreis an der Autobahn A8 mit Odelzhausen als Stützpunktfeuerwehr eingesetzt. Erst 1993 wurde es ersetzt, aber wegen des guten Einsatzwertes (Wassertank!) von der Gemeinde
übernommen. Endgültig außer Dienst gestellt wurde es erst im Jahr 2004 nach über 38-jähriger Einsatzzeit. Das Fahrzeug wurde von der Gemeinde 2004 verkauft.

… neues Feuerwehrhaus

Als Feuerwehrhaus diente ab 1966 die Garage in der Schloßstraße auf dem Anwesen der Lackiererei Seidl (Bild oben: 2. Haus von links).
Ende der 1970er Jahre beschaffte die Gemeinde Odelzhausen ein weiteres Fahrzeug, einen Ford Transit TSF. Dieses Fahrzeug war als Ergänzung zum vorhandenen Landkreis-Tanklöschfahrzeug
gedacht, konnte weitere Mannschaft und Schläuche transportieren und war mit einer Tragkraftspritze TS 8 ausgestattet. Es war bis 1998 im Einsatz und wurde dann von der Gemeinde verkauft.

Brandmeile
Hauptstraße
Odelzhausen

1957
Waldbrand Miegersbach.
1960
Im April; Brand des Wagner-
Anwesens (Roth Andreas) in
der Hauptstraße.

Foto: Christa Sedlmeir

1976
100-jähriges Gründungsfest

Im Juni 1976 feierte Feuerwehr unter dem damaligen Kommandanten Georg Hank das 100-jährige Gründungsfest. Das Festzelt war in der Blumenangerwiese an der Kohlstattstraße aufgebaut. Der Festgottesdienst wurde damals auf dem Gelände der neu erbauten Volksschule zelebriert.

Bürgermeister Anton Wirthmüller beim Festgottesdienst.
Anstecken der Erinnerungsbänder.
Festdamen mit Fahenmutter Gertraud Eser.
Beim Festumzug 1976 an der Hauptstraße.
Festdamen 1976, von links: Sabine Mathis, Gertraud Haas, Christine Schöninger, Leni Obermair, Renate Brandmair, Annemarie Elbl, Beate Kiemer, Rosmarie Greppmair, Marianne Kiemer.

1982 Umzug in die Marktstraße

1982 begann wieder ein neues Kapitel in der
Feuerwehrgeschichte von Odelzhausen. Die gestiegenen Anforderungen bei den Einsätzen auf der Autobahn machten
es notwendig technisch weiter aufzurüsten. Deshalb beschaffte die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug LF 16-8.
Dieses Fahrzeug vom Typ Mercedes 1019 mit Aufbau von der Fa. Ziegler war ein Schritt hin zu einer auch aus heutiger Sicht “modernen“ Ausrüstung: Wassertank mit 800 l, Atemschutzausrüstung, Sprungrettung, technischer Hilfeleistungssatz mit Spreizer und Schere, mobile Einsatzbeleuchtung, Motorsäge und vieles mehr. Das Fahrzeug ist bis heute im Einsatz, dient aber im Normalfall nur noch als Zugfahrzeug für den Verkehrssicherungsanhänger. Mit dem neuen LF 16-8 wurde das Feuerwehrhaus in der Schloßstraße zu klein. Deshalb mietete die Gemeinde auf dem Stieglmaier-Anwesen ein Garagengebäude mit
3 Stellplätzen als Feuerwehrhaus an. Bis 1992 war die Feuerwehr dort untergebracht. Leider fehlten dort separate Schulungsräume und vor allem sanitäre Anlagen.
Foto links: Mercedes LF 16-8

1983 Als Patenverein in Ebertshausen

Odelzhausen ist Patenverein in Ebertshausen beim 100-jährigen
Gründungsfest (19.07.1983).

Die Festdamen: Birgit Heckenstaller, Manuela Kreppold, Margot Kreppold,
Christine Schwanzer, Christine Vogl, Gisela Schneckenburger

1984 Erste Jugendleistungsprüfung im Landkreis Dachau

1984 war Jugendausbildung zum ersten Mal ein Thema in der Feuerwehr – gerade auch in Odelzhausen. Zu dieser Zeit war der Zweite Kommandant, Bruno Brunner sehr engagiert für „nachwachsende“ Mannschaft.
So kam es, dass in Odelzhausen die erste Jugendleistungsprüfung
des Landkreises durchgeführt wurde. Die offizielle Abnahme fand im September 1984 an der Schule Odelzhausen, auf dem Verkehrsübungsplatz statt. Jugendliche Teilnehmer: Michael Drexl, Andreas Hederer, Bernhard Kreppold, Karl-Heinz Stieglmaier,
Udo Göppel, Karl Brandmair.

1989 Massenkarambolage auf der Autobahn Höhe Höfa am 26. Juni 1989

Ein besonders tragischer Unfall, der hier stellvertretend als Beispiel für die vielen schweren Unfälle auf der Autobahn steht, passierte amJuni 1989. An diesem Morgen bildete sich im Glonntal bei Höfa dichter Nebel. Dadurch ereignete sich eine Massenkarambolage, bei der etwa 80 Fahrzeuge ineinander krachten. Bilanz: 3 Tote, 25 Schwerverletzte, hoher Sachschaden. Unter den Unfallfahrzeugen war auch ein Transporter mit radioaktivem Material, welches glücklicherweise nicht ausgetreten ist.

1983 Ersatz für das Landkreis-
Tanklöschfahrzeug

Anfang der 1990er Jahre, als Deutschland wiedervereinigt war, begann man neu über den Katastrophenschutz nachzudenken. Die alten Feindbilder und Katastrophenszenarien waren überholt und die Politik sortierte sich neu.
Im Landkreis Dachau beschaffte man 1993 mehrere Fahrzeuge für Stützpunktfeuerwehren. Die Feuerwehr Odelzhausen bekam in iesem
Zusammenhang ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/14. Dieses Fahrzeug bedeutete eine weitere Modernisierung und Ergänzung zum vorhanden Gerät: Wassertank mit 2400 l, Notstromaggregat zum Betrieb im Fahrzeug, Rettungssatz mit Spreizer, Schere und Zylinder, Atemschutzgeräte, Chemikalienschutz, etc. Leider stellte sich heraus, dass die Verarbeitung des Aufbaus derart schlecht ausgeführt war, dass dem Fahrzeug 2009, nach nur 16 Jahren wegen Rostschäden die Betriebserlaubnis entzogen wurde. Eine kostspielige Sanierung wäre notwendig geworden und so entschloss sich der Landkreis zum Verkauf des Fahrzeugs. Es wurde nicht wieder ersetzt.
Bis 1998 war das Fahrzeug im Feuerwehrhaus auf dem Stieglmaier-Anwesen untergestellt. Dies machte es erforderlich, dass das Feuerwehrhaus dem Anwesen der Lackiererei Seidl vorübergehend
wieder aktiviert wurde bevor man 1998 in die Hauptstraße umzog.

Das neue Landkreisfahrzeug TLF 16/24.

1993 Fahnenweihe der neuen Feuerwehrfahne

Das Festzelt war damals direkt über dem Marktplatz vor dem Gasthaus zur Sonne aufgebaut. Der Festgottesdienst mit dem katholischen und evangelischen Pfarrer fand 1993 im Festzelt statt.

Vom 24. bis 27. Juni 1993 feierte die Feuerwehr Odelzhausen die Fahnenweihe der neuen Fahne. Die historische Fahne von 1902 war zu dieser Zeit in einem schlechten Zustand. Eine Renovierung dieser Fahne erschien damals als zu aufwändig und zu teuer. Deshalb beschloss man die Fahne in diesem Zustand zu belassen und eine neue Fahne bei der Fahnenstickerei Kössinger anzuschaffen.

1993 Fahnenweihe der neuen Feuerwehrfahne.
Fahnenmutter: Elfriede Willibald, Fahnenbraut: Conny Stieglmaier,
Festdamen: Andrea Roth, Margit Drexl, Christine Drexl, Claudia Kistler,
Carola Heitmair, Nicole Zeiler, Alexandra Haas, Pamela Gradl

Chronologie der Kommandanten ab 1875

Bildergallerie aus der Chronik

Hier könnt ihr die komplette Chronik runterladen ca. 48 MB